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Kreis und Kammer leisten Wirtschafts-Pionierarbeit

23. Juni 2017 | Von | Kategorie: Wirtschaft | | Teilen

Die traditionsreichen Kirovsky Werke in St. Petersburg standen auf dem Besuchsplan der Delegation aus der Lausitz. Im Fokus: die modernisierte Produktion von Landmaschinen made in Russland. Für Brandenburger Unternehmer wurden in Russland Türen geöffnet
Foto: Landkreis Spree-Neiße

Bei der Suche der IHK Cottbus und dem Spree-Neiße Kreis nach neuen Märkten für die Wirtschaft heißt es nun in Russland: „Die Tür ist offen“.

Region (mk). Weit nach Osten wird derzeit in Südbrandenburg geblickt. Um dem Strukturwandel zu begegnen und Industriearbeitsplätze in der Lausitz zu erhalten, werden derzeit neue Wege, ja weite Wege gegangen. Unternehmer, der Landkreis Spree-Neiße und die Industrie- und Handelskammer Cottbus reisten nach St. Petersburg und in die Region Kursk. „Die Türen sind offen. Wir können dort Geschäfte machen“, verkündet Dr. Wilfried Berg von der Kammer nach der Wiederkehr. Bereits seit 2014 werden persönliche Kontakte geknüpft. Die Gespräche Auge in Auge führen zum Erfolg. St. Petersburg und die Oblast Leningrad sind das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum im Nordwesten Russlands. Für die Oblast Kursk sind die Industriegebiete der Chemie, des Maschinenbaus und die Produktion von Nahrungsmitteln bedeutend. Nachholbedarf hat die Region vor allem in der Infrastruktur. Ein Beispiel ist die Bereitstellung von neuen Straßenbahnen. Andererseits gibt es auch enge Kontakte zur Universität. Von gut ausgebildeten Fachkräften vom Dienstleister über den Arzt bis zum Ingenieur könnte unsere Region profitieren“, ist sich Dr. Wilfried Berg sicher. Zwei Krankenhäuser der Region werden demnächst durch russische Krankenschwestern verstärkt. So gibt es bereits erste konkrete Ergebnisse.
Dennoch stehe die Erschließung von neuen Märkten und Geschäftsfeldern in Russland erst am Anfang, betont Dieter Friese, Vizepräsident der
Arbeitsgemeinschaft der Europäischen Grenzregion und ehemaliger Spree-Neiße-Landrat.
Er gilt in Russland mit seinen Kontakten als Türöffner.
Verärgert ist er darüber, dass diese Pionierarbeit bei der Suche nach neuen Märkten nicht honoriert wird. Vor allem von der brandenburgischen Landesregierung erwartet er sich mehr
Unterstützung. Aufgrund der Wirtschaftssanktionen ist der brandenburgische Export mit Russland seit 2013 um 40 Prozent zurückgegangen. Verlierer dieser Politik sei nicht Russland. Im Gegenteil. So besichtigte er Betriebe, in denen nun die Landwirtschaftstechnik selbst hergestellt wird. Mohrrüben kommen aus Israel und Erdbeeren aus der Türkei. Der Verlierer sei die Brandenburger Wirtschaft, erklärt Dieter Friese und fordert zu einem Umdenken auf. Schließlich liege auch die Exportquote der Südbrandenburger Wirtschaft mit 17 bis 19 Prozent unter dem Landesdurchschnitt (2015: 21 Prozent). „Die Brandenburger Wirtschaft leidet, ohne dass jemand davon Notiz nimmt“ kritisiert er. Die offenen Türen in Russland sollten nun von den Unternehmern genutzt werden. Die Industrie- und Handelskammer Cottbus ist hier der Ansprechpartner.


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