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Guben: “Vater steht vor dem Laden”

Bilder aus der alten Neißestadt Guben | Von | 7. April 2017

30 Ingrid Giebler Crossener

Antwort C war richtig – In unserer letzten Ausgabe hatten wir die Crossener Straße in Guben gesucht

Leser erinnern sich an die Crossener Straße im alten Guben

Mehrere Leser haben die richtige Lösung zu unserem Rätselbild der vergangenen Woche gewusst. Dazu gehört auch Wolfgang Donat. Er schreibt folgendes: „Bei dem Bild handelt es sich um die Crossener Straße aus Richtung Crossen kommend. Am Ende der Straße ging es weiter nach links über die Crossener Brücke durch das Klostertor. Guben hatte einst das Crossener-, das Kloster- und das Werder-Tor. Durch diese konnte man das alte Guben betreten oder verlassen. In Richtung Crossen also durch das Crossener Tor. Auf dem Bild befinden sich die Häuser mit den ungeraden Hausnummern auf der rechten Seite. In der Nr. 7 wohnte bis Februar 1945 auch der Geschichtsschreiber und Historiker Karl Gander. Er war auch als Volksschullehrer tätig. Gander  starb am 12.3.1945 in Passau, drei Monate vor seinem 90. Geburtstag. Mich ärgert es sehr, dass es bis heute am Haus Nr. 7 noch immer keine Gedenktafel gibt. Auch auf der linken Straßenseite gab es Häuser, die mit den geraden Hausnummern. Kirschmarkt und Kahnbaustelle waren darunter.“
S. Menzel merkt an: „Es ist der Blick stadteinwärts aus Richtung Osten in eine stets belebte Straße mit Bürgerbauten in Form von  Wohn- und Geschäftshäusern in grüner Lage. Unsere einst beliebte Crossener Straße mit dem Abzweig nach links in die Königstraße, nach rechts hinter den Gebäuden in die Teichbornstraße verlaufend, damals. Vorbei an Mückenberg und Germersdorf ging es hinein in das Herz der Hut- und Tuchmacherstadt im Grünen. Besucher des Gasthofes und Forsthauses Heidekrug vor den Toren der Stadt nahmen diesen Weg. Die Crossener Straße war eine vielbefahrene Straße, wo einst Pferdefuhrwerke aus der Kohlegrube ‘Am nassen Fleck’ die Stadt und Industrie versorgten. Eine Straße, wo Handwerk und Gewerbe in großem Umfang vorhanden waren, ebenso Gastronomie wie die von Wilhelm Koal mit Bürgergarten, vormals Schneiders Berg. Schön zu sehen geradezu der Teichbornweg hinauf in die Bergregion mit Katholischer Pfarrkirche, Ausflugslokalen Sanssouci sowie Kaminskys Berg, ins einstige Weinland.“
Christa Schellack schreibt folgendes: „Über das Bild in der letzten Ausgabe habe ich mich besonders gefreut. Es zeigt nämlich den Teil der Crossener Straße, wo ich aufgewachsen bin. Bis auf das Haus Nummer 1 sind diese Gebäude noch genauso erhalten wie damals. Nur die Seitenflügel und Hinterhäuser wurden abgerissen, da sie durch Kriegseinwirkungen schwer beschädigt worden waren. Das kleine Haus rechts war die Gaststätte Schnierstein. Im Eckladen befand sich besonders zur Freude von uns Kindern eine kleine Eisdiele. Eine Kugel Eis gab es für zehn Pfennige. Im Haus Nummer 3 befand sich das Elektro- und Radiogeschäft Josa. Haus Nr. 5 gehörte Familie Rotter, die dort ein Wäschegeschäft betrieb. Haus Nr. 7 beherbergte das Friseurgeschäft Schulz, die Tochter war meine Freundin. Außerdem wohnte in diesem Haus der bekannte Gubener Karl Gander. Er wurde von den Hausbewohnern und Nachbarn auch der ‘Alte Gander’ genannt.  Im Haus Nummer 9 hatten meine Eltern in den Jahren von 1934 bis 1945 die Bäckerei gepachtet. Auf dem Bild steht mein Vater Erich Wonneberger vor dem Laden. Darüber hinaus gab es in diesem Gebäude noch ein Fahrradgeschäft. Auf der anderen Straßenseite befindet sich hinter den Bäumen der Kirschmarkt, ein beliebter Spielplatz für uns Kinder. In dem Eckladen in der Bildmitte befand sich eine Apotheke für homöopathische Medizin. Rechts daneben war der Anfang der Haagstraße. In der Bildmitte ist die Katholische Kirche zu sehen, daneben der Beginn der Teichbornstraße. Gern hätten wir weiter in der Crossener Straße gewohnt. Leider wurde aber an höherer Stelle anders entschieden.“
Arno Schulz schreibt: „Auf dem Bild ist die Kreuzung Crossener Straße/Haagstraße, Teichbornstraße vor der Crossener Brücke abgebildet. Im Hintergrund ist die im Jahr 1860 eingeweihte Katholische Kirche zu erkennen, gegenüber der bereits um 1660 angelegte alte Friedhof. An der Lubstbrücke (Crossener Brücke) waren einst der Kirschmarkt und die dicht bebaute Königsstraße zu finden.“
Bärbel und Werner Koschack schreiben: „Das Foto zeigt die Crossener Straße in Richtung der Haagstraße. Rechts die Nummern 1-7, in der Nr. 7 wohnte bis 1945 der Gubener Heimatforscher Karl Gander (1855-1945). Dieser arbeitete bis zur Pensionierung (1914) als Lehrer. 1925 erschien sein Buch ‘Geschichte der Stadt Guben’. Gegenüber der schönen Bürgerhäuser war hinter den Bäumen der Kirschmarkt. Links dahinter floss die Lubst. Über die Lubstbrücke kam man in die Königsstraße. Rechts geht es den Osterberg hinauf. Geradeaus begannen die Haagstraße und die Teichbornstraße. Man sieht in der Bildmitte die Katholische Kirche. Diese erreichte man von der Haagstraße aus über eine Treppe und direkt über die Teichbornstraße. Rechts die kleine Mauer entstand mit der Erweiterung der Teichbornstraße im Jahr 1918. Also könnte das Foto in den 1920er-Jahren entstanden sein. Die Crossener Straße war eine sehr lange Straße, sie begann an der Crossener Brücke (früher Crossener Tor) und endete mit Nr. 262 an der Mückenberger Straße. Als Handelsweg nach Posen (Poznan) und zur Baumblüte war sie eine wichtige Verbindung auch in die Gubener Berge, Abzweig Hohlweg und die untere Rentschgasse. In der Nr. 1 befanden sich das Lebensmittelgeschäft und die Gastwirtschaft von Albert Schnierstein. Man erkennt auf dem Foto die vielen Geschäfte. Ebenso gab es viele Gaststätten und Ausflugslokale in der Crossener Straße. Bis auf Nr. 1 blieben die Häuser auf dem Foto vom Krieg verschont.“



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