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Guben: Luftbild mit Gubener Wolle, Gericht und Klosterkirche an der Neiße

Bilder aus der alten Neißestadt Guben | Von | 22. September 2012

damals120922_guBlumen lagen an leeren Arbeitsplätzen / Artisten am Schornstein und verlassene Arbeitsplätze der Gubener Wolle
Hans-Joachim Wagner ist sich bei der Lösung unseres „Luftfoto-Rätsels“ ziemlich sicher. Am Telefon erzählt er: „Dieses Foto zeigt zweifellos das ehemalige Werk 1 als Stammhaus der ehemaligen Gubener Wolle an der Cyrankiewicz-Straße, jetzt wieder Alte Poststraße. Der gesamte zu sehende Gebäudekomplex ist bis auf ein Stück Mauer zur Erinnerung an die einstige Gubener Textilindustrie abgerissen. Ebenso die sich bis zum rechten Bildrand fortsetzende Häuserzeile einschließlich des hellen Gebäudes, vormals Farbgeschäft Seuring. Entstanden sind auf diesem Terrain eine gepflegte Grünanlage mit den schönen Neißeterrassen, eine Bootsanlegestelle und eine hölzerne Brücke zur Schützeninsel. Nicht mehr im Bild erfasst stehen links noch einige wenige Bauten, die am Tag des Denkmals besichtigt werden durften und auf eine museale Aufwertung warten.
Meine Erinnerungen als Kind an dieses Werk sind meine Beobachtungen aus der Dachluke des ebenfalls abgerissenen Hauses Kirchstraße 26, als Hochseilartisten am inzwischen abgerissenen Schornstein der Gubener Wolle ihre Kunststücke zeigten, und wie wir als Kinder nur wenige Jahre nach dem Krieg in diesem Werk unter Anleitung des ehemaligen Gubener Boxers Rolf Reinke boxen üben und danach die sanitären Einrichtungen nutzen durften. Die traurigste Erinnerung waren die Rundgänge als zeitweiliger Mitarbeiter eines Wachschutzunternehmens durch das fast stillgelegte Werk, Arbeiter wurden täglich weniger. An einigen stillgelegten Arbeitsplätzen erinnerten abgelegte Blumensträuße an diese Tragik.“
Przemyslaw Tokarek aus Gubin geht in seiner E-Mail zeitlich weiter zurück: „Die Gebäude unten links auf diesem Foto gehörten die längste Zeit bis 1945 zur ehemaligen Tuchfabrik C. Lehmann Witwe und Sohn. Es war eines der letzten monumentalen Zeugnisse Gubener Industriekultur und des frühen Stahlbetonbaus. Errichtet zu Beginn des 20. Jahrhunderts diente das Gebäude bis zum Ende der Gubener Wolle Mitte der 1990er Jahre der Tuchproduktion. Doch seit 1996 standen die Maschinen auf dem etwa 17.000 Quadratmeter großen Gelände still und wurden beseitigt. Fort-an waren die riesigen Hallen leer. Dieses lange Gebäude existiert nicht mehr. Es wurden 20.000 Qadratmeter umbauter Raum, verteilt auf fünf Gebäude, zwischen der Neiße und der Alten Poststraße demontiert und abgerissen. Rechts auf deutscher Seite befinden sich das Amtsgericht, erbaut mit roten Ziegeln, das ich sehr mag, Alte Poststraße 66, 1880 eingeweiht, erbaut auf dem Gelände des Klosters vor Guben. Von 1834 bis 1877 dienten die Räume des Kaufhauses im Rathaus dem Königlichen Gericht als Unterkunft. Es war neben dem Landgericht (1883 erbaut), wurde aber zerstört. Weiter ist die Klosterkirche und davor das Bundespolizeipräsidium zu erkennen.
damals120922_gu_3Wir können die Theaterinsel, die historische Altstadt von Gubin mit der Stadt- und Hauptkirche und der Neißebrücke bewundern. Auf polnischer Seite sehen wir lange Wohnblöcke und ein Kaufhaus. Früher war es die Kaufhalle von ‘Spolem’, jetzt sind es andere Läden. Sie befinden sich am Boleslaw Chrobry Platz (Lindengraben) mit einst vielen Villen. Weiter ist Roosevelta (nördlich) und Piastowska Straße (Grüne Wiese) nach Westen zu erkennen.“
Wolfgang Donat ergänzt in seiner Mail: „Die Aufnahme entstand noch vor dem Rückbau der Häuserfront im östlichen Teil der Alten Poststraße, auf der Ostseite von Guben. Zu erkennen sind u.a. das Gerichtsgebäude und die Klosterkirche sowie das langgestreckte Gebäude der Tuchfabrik Gubener Wolle.
Dieses Unternehmen war lebenslang mein Brötchengeber. Meine Lehre zum Tuchmacher begann ich hier 1951. Mit Unterbrechungen wie Studium und Armee-Zeit beendete ich meine Tätigkeit als Leiter der Berufsausbildung mit der Abwicklung des Betriebes.
Auf heute polnischem Gebiet ist der ehemalige Lindengraben und der Beginn der Grünen Wiese zu erkennen. Das Würfelhaus und die diversen Neubau-Blocks haben den Platz eingenommen, auf dem bis 1945 der schönere Teil von Guben, der ‘Perle der Lausitz’, stand.“

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Vielen Dank an Herrn Wagner, der sich noch heute an unsere Fleischerei Buder, damals Ernst-Thälmann-Straße 40, heute Kupferhammerstraße, und das schöne Bildchen erinnert Gaby Unger



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