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Guben: Villen an der „Einsamen Fichte“

Bilder aus der alten Neißestadt Guben | Von | 13. Oktober 2012

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Unbekannte „Schwarzwald-Villen“ unterm Bismarckturm mit „Einsamer Fichte“

Villen an der „Einsamen Fichte“ / „Gute Wäsche“ von Soldaten ausgegraben / Fichte war eine Kiefer
Die eigentlich bekannte Ansicht der herrlichen Villen auf der Anhöhe zwischen Neiße und Bismarckturm bleibt auch weiter ein Rätsel.
Ein wenig Licht ins Dunkel bringt Hans-Joachim Wagner. Er schreibt: „Meine Großeltern väterlicherseits, Richard und Minna Wagner, hatten auf dem Grundstück der Mutter von Richard ein neues Haus an der Straße ‘Hinter den Höfen’, geradezu unter dem Bismarckturm, erbaut. Stolz waren sie, als einfache Arbeiter ein kleines Haus zu besitzen und zu Kriegsbeginn schuldenfrei zu sein. Während der Kämpfe in den Bergen mit mehrfachem Stellungswechsel zwischen den Fronten wurde das Haus völlig zerstört, Laufgräben der Soldaten durchzogen die Berge und auch das eigene Grundstück. Nur noch ein paar Fotos zogen wir aus den Trümmern. Besonders im Gedächtnis ist mir diese Episode in Erinnerung geblieben: Meine Großmutter hatte im äußersten Winkel eines Nebengebäudes Wäsche vergraben. Beim Ausschippen der Laufgräben gruben die Soldaten ausgerechnet an dieser Ecke und legten die Wäsche von außen frei. Die Soldaten konnten die Wäsche bei den letzten Einsätzen nicht gebrauchen und so bekamen wir sie wieder zurück.“
Auch Bärbel Koschack suchte in ihrem Bücherregal nach Aufzeichnungen über die prächtigen Häuser. Sie berichtet: „Das Foto zeigt die beliebten Gubener Obstberge mit Bismarckturm und ‚Einsamer Fichte‘, die aber eine Kiefer war. Im Vordergrund stehen fünf sogenannte Schwarzwaldhäuschen, die in der Einbeckengasse (später Nachtigallenweg) wahrscheinlich ihre Adresse hatten. Sie entstanden etwa um 1920. Man findet leider in der Literatur nichts über den Sinn der Entstehung an dieser Stelle oder deren Bewohner. Auch Lutz Materne hatte in seinen Büchern keine näheren Angaben machen können. Vielleicht gibt es doch noch einen Zeitzeugen, der etwas Näheres dazu weiß?“
Herbert Jurschke notiert auf seiner Postkarte: „Das Foto müsste um 1930 oder ‘40 aufgenommen sein, denn die Villen mit den hölzernen Veranden entstanden in den 20er Jahren. Eigentümer waren gut betuchte Gubener, vor allem erfolgreiche Händler und Handwerker. Ich wohnte damals in der Kleinen Teichborngasse, bin oft an den Villen mit Umweg nach der Schule vorbeispaziert, um einen Blick hinein zu erhaschen.“
Vielen Dank allen Teilnehmern.

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Auch die Bismarckbaude, eine der bekanntesten Gebäude unterm Bismarckturm, gehören zu diesen Villen aus den 1920er Jahren | Foto: Hans-Joachim Wagner



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